Buchmesse Luzern - 18.03.2011
18. März 2011 – ein aufregender Tag ist zu Ende. Der erste Tage an der Buchmesse in Luzern. Eine Messe, die ich gerne besuche, weil sie überschaubar und sehr familiär ist. Eigentlich hätte ich erst 2012 wieder an dieser Buchmesse teilnehmen können. Es freut mich natürlich, dass ich anlässlich meines 15-jährigen Verlagsjubiläum dabei sein darf. Nun aber der Reihe nach.
Für einmal entschied ich mich, mit dem Zug nach Luzern zu fahren. Keine Parkplatzsuche, keine Parkgebühren, kein Stress, kein überladenes Auto … dafür brauchte ich viel mehr Zeit, um einigermassen anständig zu packen. So fuhr ich dann mit Sack und Pack nach Luzern. Der eine oder andere sah mich mit einem mitleidigen Lächeln an. Die dachten wohl, dass ich direkt unter der Brücke hervor gekrochen bin! Hilfe konnte ich nicht erwarten, denn mein Chäreli war unglaublich schwer und für einmal erwischte ich einen alten Zug, mit hohen Tritten. Es war eine Gugelfuer, und als ich mich im Zugabteil niederliess, war ich schweissgebadet.

Das Motto der diesjährigen Buchmesse heisst „Zur falschen Zeit“ – fast wäre auch ich zur falschen Zeit angekommen, doch es reichte gerade noch. „Schön, dass du da bist, ich dachte schon, dass du nicht kommst“, meinte Gisela, eine der Organisatorinnen lachend. Ausser Puste, machte ich mich daran, so schnell als möglich aufzustellen. Wenn Brigitta, meine Freundin, die grünen Tücher gesehen hätte, sie hätte wohl den Kopf geschüttelt, denn die Tücher waren durch den Transport doch etwas in Mitleidenschaft gezogen worden und ziemlich zerknittert. Nein, für ein Bügeleisen habe ich keinen Platz …
Martin Wallimann, einer der Mitorganisatoren übergab dem amtierenden Stadtpräsident Urs W. Studer ein „a“ – wie Anfang. „Es ist nicht mehr wie vor einem Jahr, viel ist seither geschehen“, meinte Martin. „Und deshalb ist für mich die Luzerner Buchmesse so etwas wie ein sicherer Hafen“, betonte er. Er übergab das Wort an Urs W. Studer, der einiges zur Bücherwelt und zu Luzern sagte, bevor er dann die Ausstellung offiziell eröffnete. Leslie Schnyder dankte den Sponsoren.

Ich bin gerne an dieser Buchmesse. „Hallo, Rico, Heini, Sandra, Caspar, Theres“, man freut sich, sich nach einem Jahr wieder zu sehen, um einige Tage in der eigenen Welt, in der Literaturwelt zu sein.
Ist es nicht speziell, dass gerade heute im National- und Ständerat über die Preisbindung abgestimmt wurde?
Auszug aus dem Newsletter vom Schweizer Buchhandel
8.15 bis ca. 8.30 Uhr, ein Viertelstunde hat der Ständerat für 13 Schlussabstimmungen eingesetzt. Vorher aber noch gibt es Küsschen hier und dort, es ist der letzte Tag der Frühjahrssession. Appell, Petitionen, dann schreitet Ständeratspräsident Hansheiri Inderkum (CVP/UR) zügig zur Abstimmung. Erste Vorlage: Pa.Iv. Maitre Jean-Philippe. Regulierung der Bücherpreise: 23 Ja, 19 Nein bei einer Enthaltung. Damit war schon ein grosser Schritt getan. Die Uhr steht auf 8.18 Uhr. Das Warten auf den Nationalrat kann beginnen.
Nationalrat sagt mit 96 zu 86 Stimmen Ja zur Buchpreisbindung
Umschalten im Kanal von Web TV der Bundesversammlung: Gegner und Befürworter der Vorlage Parlamentarische Initiative Maitre äussern sich nochmal. Dominique de Buman (CVP/FR) warnt davor, die Debatten zu wiederholen. Das Gesetz sei im Geist der Liberalität entstanden und schütze die Konsumenten vor überrissenenen Preisen. Es ist 8.28 Uhr, als die Leuchttafel über dem Nationalratssaal die elektronische Stimmerfassung wieder gibt: 96 Ja gegen 86 Nein bei 5 Enthaltungen. Das Buchpreisbindungsgesetz ist in trockenen Tüchern.
Und selbstverständlich war dies auch in der Buchmesse in Luzern ein Thema. Obwohl man weiss, dass es einige gibt, die das Referendum ergreifen werden – aber wozu?
Nun aber wieder nach Luzern zurück. Die Stimmung in Luzern ist gut, aufgeräumt und fröhlich. Es gibt gute Gespräche und die unterschiedlichen Bücher machen diese Buchmesse auch so speziell. Ich freue mich auf morgen und werde weiter berichten. Luzern ist übrigens eine Reise wert …
Aktualisiert (Samstag, den 19. März 2011 um 00:46 Uhr)


