Start Buchempfehlungen Jugendbuchbesprechung Klapperzahns Wunderelf

Eduard Bass

Buchcover Klapperzahns WunderelfFussball wird das grosse Thema in diesem Jahr - höchste Zeit also, mit einem literarischen Aufbautraining zu beginnen. Da kommt "Die Wunderelf" gerade recht. Das Buch erschien erstmals 1922 in Prag. Da kann der Gedanke an den braven Soldaten Schwejk nicht fern liegen - und tatsächlich, Vater Klapperzahn ist ebenfalls ein Querdenker:

Kurz entschlossen packt Klapperzahn seinen Pflug und baut auf der Wiese vor seinem bescheiden Haus ein Fussballfeld hin. Mit strenger Hand und viel Bauernschläue trimmt er seine elf Söhne zur beliebtesten Mannschaft weit und breit. Ein hartes Training beginnt, bis er seine Grossfamilie in ein erstes Turnier schicken kann.

Natürlich werden die Aussenseiter belächelt, als Spinnerei eines kauzigen Alten schubladisiert. Doch Klapperzahns Managementkonzept von Härte, Diplomatie und Motivation geht auf - die Mannschaft aus Nieder-Buckwitz siegt. Die Medien und die Funktionäre spotten weiter, aber die Klapperzahn Elf ist zäh und erfolgreich.

Sie gewinnt und gewinnt. Jedes Spiel endet zu Gunsten der Mannschaft. Am Anfang noch als Anfängerglück abgetan überschlägt sich die öffentliche Meinung bald einmal, die Klapperzahns sind die Stars, die beste Fussballmannschaft der Welt, ja sie besiegen sogar das gefürchtete Team Australiens. Doch wie gehen die Jungs und der Vater mit dem Erfolg um? Vater Klapperzahn findet den Ausweg aus zu viel Rummel mit List und Witz - das Finale des Buches ist ein charmanter Purzelbaum, den man erlesen muss.

Das Buch ist frisch und witzig geschrieben. Es wurde neu übersetzt. Die Fussballszenen sind spannend - auch für mich als nicht unbedingten Fussballfan. Ein lockerer Einstieg in die Saison mit einem sympathischen Seitenhieb auf das reale Fussballgeschäft.

Peter Maibach (2008)


Buchinformationen

170 Seiten, mit Zeichnungen von Josef Capek
ISBN 978-3-938375-14-3
Arco - Verlag, Wuppertal

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Aktualisiert (Dienstag, den 05. Januar 2010 um 04:40 Uhr)