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Ausgewählte Romane in 50 Bänden in chronologischer Reihenfolge ihrer Niederschrift und in revidierten Übersetzungen

Georges Simenon, Band 1

coverhireDie Verlobung des Monsieur Hire gehört zu den Non-Maigret Romanen Simenons. Monsieur Hire lebt in der Pariser Banlieue in den  dreissiger Jahren. Er führt ein unauffälliges, einsames Leben in einer Mietkaserne. Sein Einkommen bestreitet er mit dubiosem Kleinhandel, täglich pendelt er von seiner Einzimmerwohnung zu seinem Geschäft in einem Kellerlokal. Seine einzige allabendliche Zerstreuung ist der heimliche Blick in das gegenüberliegende Zimmer, in dem das dralle Milchmädchen Alice nicht mit ihren körperlichen Reizen geizt.

In der Nähe der Mietkaserne geschieht ein Mord. Das Quartier ist in Aufruhr. Noch ist der Mörder auf freiem Fuss! Der Verdacht fällt rasch auf den Sonderling Monsieur Hire, ein Wort gibt das andere, bis die öffentliche Meinung und die der Polizei feststeht. Nur Alice und Monsieur Hire aber wissen, wer der Mörder ist.

Einmal mehr nimmt uns Simenon in eine atemraubend beklemmende Welt der Pariser Hinterhöfe mit, zeichnet ein subtiles Bild vom Leben und Hoffen der kleinen Leute in der Grossstadt.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

Georges Simenon: Die Verlobung des Monsieur Hire
Diogenes
176 Seiten
ISBN 978 3 257 86200 3

Cover OedipusPolizeikommissär Peter Hunkeler steht kurz vor der Pensionierung, dem Übergang in den Ruhestand sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen. Eigentlich sollte er sich langsam aus dem Berufsleben zurückziehen und da scheint es nur logisch, dass der neue Fall, der ganz Basel beschäftigt, nicht ihm übergeben wird. Denn der provozierende Theaterdirektor Vetter, dessen Ödipus Inszenierung schockiert, bleibt unauffindbar verschwunden. Sei herrenloses Wohnschiff wurde zwar bei einem Stauwehr gefunden, handelt es sich um eine Flucht eines überspannten Genies, einen Unfall oder gar Mord?

Schneider entführt die Leser mit seinem neuen Roman ins Basler Kulturmilieu, aber auch in schummrige Hafenkneipen. Irgendwie scheinen der Raub eines Tresors und das Verschwinden einer Sambatänzerin mit dem Untertauchen des Theaterdirektors zusammen zu hängen. Hunkelers Kollegen gelingt es nicht, die richtige Spur aufzunehmen, bis es dem launigen Kommissär gelingt, kurz vor dem Ende seiner Berufskarriere den verzwickten Fall zu lösen. Neben einer spannenden Handlung verpackt Schneider in viel Basler Lokalkolorit und Philosophisches in seinen neuen Roman.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

 

Hunkeler und die Augen des Ödipus
Hansjörg Schneider
232 Seiten
Diogenes
ISBN 978 3 257 86198 3

evasiehtrotEva Wylie ist gross, hässlich und stark. Sie ist Catcherin, die Killerqueen von London. Eva trainiert fleissig in einem Sportclub, lebt mit ihren beiden scharfen Hunden als Nachtwächterin auf einem Schrottplatz und bereitet sich auf ihren nächsten Kampf vor. Sie ist zufrieden, wenn sie in Ruhe gelassen wird. Doch sie hält die Augen offen und beobachtet ihre Ecke von London genau: Armut, Prostitution, Junkies und Aggression beherrschen den Alltag der kleinen Leute. 

Eva hat sich in diesen einengenden Verhältnissen von der obdachlosen, bettelnden Herumtreiberin zu einer bescheidenen Existenz hochgekämpft. Doch diese vermeintliche Idylle gerät aus den Fugen, als eine Freundin von Eva von brutalen Freiern zu Tode geprügelt wird. Die Huren im Quartier sind ausser sich und beschliessen, einen Selbstverteidigungskurs zu nehmen – ausgerechnet bei Eva, die sich nur widerstrebend aus der Reserve locken lässt. Denn abgesehen von dem schwierigen Unterfangen, den Frauen etwas Mut und Selbstbewusstsein beizubringen macht sich Eva auch auf die Suche nach den Mördern.

Neben der spannenden Handlung und dem Blick in ein brutal armes Leben im sonst so noblen London fasziniert die fadengerade, unverblümte Denk- und Redeweise Evas, die gleichermassen faszinierend wie abstossend wirkt.

Peter Maibach (2010)


Buchinformation

Liza Cody
Eva sieht rot
(Eva Wylies zweiter Fall)
ariadne classic, Paperback, 280 Seiten
ISBN: 978-3-86754-007-0

Daniel Silva - Der Engländer

englaenderIn diesem Buch kommt die Schweiz schlecht weg. Es ist zwar ein Thriller, aber er berührt einen Teil unserer Geschichte, auf den wir nicht stolz sein dürfen. Es geht um die Raubkunst – und damit auch um viel Geld -, die vor und während des zweiten Weltkrieges in der Schweiz verschwand. Schweizer Sammler und Schweizer Banken übernahmen teure Kunstwerke, aber auch Geld aus ehemals jüdischem Besitz, horteten es in ihren Safes oder schufen sich in ihren einbruchssicheren Häusern ihre eigenen Museumsräume. Die Schweiz soll Umschlagsplatz für Raubkunst gewesen sein.

Der Geheimagent Gabriel Allon, im Hauptberuf Restaurator, wird auf den alten Bankier Auguste Rolfe angesetzt. Als er nachts in dessen Villa eindringt, findet er ihn tot in seinem Blut liegen. Zusammen mit Ana Rolfe, der Tochter des Ermordeten, die entsetzt ist, als sie von den Machenschaften ihres Vaters hört, will Allon das Geheimnis der Raubkunst-Verstecke lüften. Ana, eine weltberühmte Geigenspielerin, wird mit Allon zusammen Zielscheibe eines Mordanschlages.

Beauftragt mit dem Mord ist „Der Engländer“. Er ist ein Killer, dem es nichts ausmacht, im Auftrag Dritter Menschen ins Jenseits zu befördern. Beide Seiten – Allon vom israelischen Geheimdienst einerseits und die „Schweizer Raubkunst-Mafia“ anderseits liefern sich einen gnadenlosen Kampf.

Daniel Silva gelingt es erneut, während des ganzen Buches eine unglaubliche Spannung zu erzeugen. Interessant sind auch seine Interpretationen über die Rolle der Schweiz im zweiten Weltkrieg. Für ihn war sie sozusagen der Compagnon von Hitler-Deutschland, der mit Industriegütern und eben mit Raubkunst viel Geld verdiente. Einiges ist überzeichnet, vieles dürfte aber der Wahrheit nahe kommen.

Das Buch ist aus zwei Gründen lesenswert: Es erzählt ein unrühmliches Kapitel der Schweizer Geschichte, und es ist ein enorm spannender Thriller.


Buchinformation

Daniel Silva  - Der Engländer,
430 Seiten, Taschenbuch, CHF 16.90
IBSN 978-3-492-24307-0

 

 

William Paul Young "Die Hütte"

die_huetteDieses Buch war und ist ein Versuch des Schriftstellers, seinen Kindern „Gott“ zu erklären. Er wollte ihnen zu Weihnachten eine Freude machen. Als Vorgeschichte dazu nahm er eine tragische Kindsentführung: Die jüngste Tochter einer sechsköpfigen Familie wurde bei Campingferien plötzlich vermisst. Nach tagelangem vergeblichem Suchen war klar, dass sie gewaltsam entführt worden war. Schliesslich wurde in einer verlassenen, baufälligen Hütte das blutige Kleidchen des Kindes gefunden. Dabei lag ein Zeichen, das ein Serienmörder bei allen bisherigen Mordfällen mit Absicht zurück gelassen hatte.
Für die Eltern ist der Vorfall ein Alptraum, der schlimmste, den man sich überhaupt vorstellen kann. Klar, dass man mit dem Schicksal hadert, dass man fragt, wo denn Gott, der sogenannt Allmächtige, Allwissende in den entscheidenden Minuten war, und weshalb er überhaupt eine solch scheussliche Tat an einem sechsjährigen Kind nicht verhindert.
Vier Jahre nach dem Mord erhält Mackenzie, der Vater des ermordeten Kindes, eine seltsame Einladung in die Hütte, in welcher offenbar die Tat begangen worden war. Widerstrebend fährt er hin und trifft dort Gott. Aber nicht auf einen Gott seiner Vorstellung mit wallendem, weissem Bart. Gott ist eine Afroafrikanerin, die fantastisch kocht, Jesus ist da, er trägt Jeans und ist Schreiner, und anwesend ist auch der Heilige Geist in Form einer asiatischen Frau. Gott zeigt sich ihm so, damit er ihn versteht und akzeptiert, was er sagt. Die Begegnung verändert Mackenzies Leben, sein Denken, sein Verhalten vollständig.
„Die Hütte“ kam in einem kleinen Verlag heraus, den Young mit zwei Freunden gründete. Durch Mundpropaganda und Weiterempfehlungen wurde er 2008 zum meistverkauften Bestseller in Amerika. Es ist gut möglich, dass das Buch auch in Europa manchen Lesenden offene Fragen zu Gott und seiner Nähe beantworten kann.

Teddy Buser (2010)


Buchinformation

William Paul Young "Die Hütte"
301 Seiten, gebundene Ausgabe,
IBSN 978-3-7934-2166-5