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Werner Brechbühl 1. Februar 1945 - 2. Dezember 2019

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«Werner, ich kann mich nicht mehr genau an unsere erste Begegnung erinnern.» Es muss im Jahr 2014 gewesen sein, als Werner in den Buchladen, damals noch an der Badgasse 4, trat. Er erzählte mir, dass er Geschichten aufgeschrieben habe. Er mailte sie mir zu und ich gab sie seiner späteren Lektorin Isabel Mosimann zum Durchlesen. Sie war ebenso begeistert wie ich und so beschloss ich, diese im Verlag Einfach Lesen zu veröffentlichen. Dieses Buch erschien Ende 2015:  «ABAUFWÄRTS» Erinnerungen, Geschichten, Alltägliches im Dezember 2015. Wir feierten eine fröhliche und würdige Buchpremiere im Restaurant Zähringer in der Berner Matte.

Werner besuchte mich oft im Buchladen. Die Gespräche mit ihm waren bereichernd, manchmal auch anstrengend, denn wir wussten uns beide viel zu erzählen. Werner wusste, was er wollte und er wusste auch, was er nicht wollte. Das schätzte ich sehr an ihm. Ich weiss noch, wie er mit erklärte wie sein Titelbild aussehen musste – da gab es keine Widerrede - denn er war auch ein hervorragender Fotograf. Oft kam er zu mir in den Laden, setzte sich auf einen der roten Sessel und erzählte mir Geschichten, seine Geschichte. Fröhliche, ernste, heitere und auch traurige. Er hatte die Gabe, Geschichten ausführlich und in einer ansprechenden Länge zu erzählen. Ich hörte ihm gerne zu.

Mitte November 2019 trat Werner ein letztes Mal in den Laden an der Schifflaube 50, holte Bücher ab. Er erzählte mir voller Begeisterung, dass er eine kleine Wohnung am Nydeggstalden gemietet habe, so dass er doch noch ein bisschen in Bern sein konnte. Seinen eigentlichen Lebensmittelpunkt verlegte er gemeinsam mit Christine an den Neuenburger See. «Schön, dann sehen ich dich jetzt wieder öfters», sagte ich noch. Wir lachten.

Als Werner Isa Mosimann kennenlernte, dies war an einer Lesung am 5. März 2015 von Erna Eugster im Restaurant Zähringer, stellte er sich ihr vor mit «Ich bi dr Werner – 70». Dies war dann auch im Verlag ein «running gag» zwischen uns Dreien. Als ich ihn zum letzten Mal traf, begrüsste ich ihn mit «Werner – bald 75». Doch leider spielt das Leben nach eigenen Regeln, es wird Werner 75 nicht mehr geben.

Werner, wir vermissen dich, deine Gespräche, deine imposante Erscheinung, deine Geschichten. Ich hoffe, dir geht es gut, wo immer auch du sein magst.

Den Angehörigen wünschen wir viel Geduld und Kraft und wie der Titel seines Buches heisst «ABAUFWÄRTS». Nach dem ab kommt das auf und das wünsche ich von Herzen.

Lieber Werner, schön, hast du uns deine Geschichten hinterlassen.

Herzlich Rosmarie Bernasconi, Einfach Lesen