Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Di - Fr
12.00 - 18.00

Samstag
10.00 - 16.00


Sonntag 2. Advent
09. Dezember
göffnet von 11.00 - 16.00

Einfach Lesen

Sommer des Jahres
Eine Sommergeschichte für Daheimgebliebene

matte 24082014

Wir haben uns durch den Schnee gekämpft, wir sind durch Regen gewatet, haben Stürmen getrotzt – und jetzt, endlich, steht der Sommer vor der Türe. Voller sonnenheller, bunter Tage, mit Badilärm und tropfenden Gelati. Und mit den langersehnten Sommerferien.

Sommertage und Ferienlaune teilen die arbeitende Menschheit in drei Klassen: Die Glücklichen, die bald in die Ferien reisen, die weniger Glücklichen, die schon wieder aus den Ferien zurück sind und die Unglücklichen, die an der Arbeit ausharren und von Ferien nur träumen. Und um wollen wir uns mit aufbauenden Ratschlägen kümmern. Denn es gibt keinen Grund, frustriert zu sein. Bloss die Sichtweise etwas verändert und schon befinden Sie sich im Büro in einer privilegierten Lage.

Die Welt wird grösser!

Alle sind weg. Sie stehen im Stau am Gotthard, in einer Warteschlange im Flughafen, in einem stickigen Zug – sie sind überall, aber einfach nicht hier! Stadt, Strassen, Züge, Busse, Trams sind leer, die Büros verwaist. Und wir Zurückgebliebenen mittendrin im Paradies. Keine Morgenmuffel, aber auch keine überdrehten Gute-Laune-Apostel, keine Telefonschreier, keine Tastaturklopfer, kein nervendes Radioprogramm. Die Arbeit gleitet ruhig dahin wie eine Drohne auf Autopilot.
Ehrlich: Was vermittelt mehr Ferienstimmung? Stau, stickige Abflughalle? Rundherum Hardliner aus der No-Deo-Bewegung? Ein missmutiger Zollbeamter, der neugierig das Gepäck durchwühlt? Eine Security-Lady die hartnäckig alles aufschraubt, was ihr an Toilettenartikel in die Finger kommt? Oder halt doch der entspannte Sommergroove im Büro?

Heiss? Nicht mit uns!

Man reist also an die Sonne, röstet sich bis zum 360-Grad all inclusive Sonnenbrand. Schlafen kann man nur noch auf Zehenspitzen und im Besenschrank. Soll ich die Stechmücke machen lassen oder klatsche ich sie weg – trotz rot? Kurzum, so muss sich Abenteuerurlaub anfühlen.
Im Büro hingegen haben die lieben Kolleginnen und Kollegen freundlicherweise ihre Ventilatoren zurückgelassen. Gut aufgestellt entsteht schnell auch im drückendsten Büro ein Windkanal, der an Nordsee im November erinnert. Seit Generationen überliefertes Wissen unserer Vorfahren zu einem ausgeklügelten Lüftungs-Durchzugs-Storen hoch und runter Schema verspricht den ganzen Tag hindurch Schatten und Kühle. Der Dresscode wird mit zunehmenden Temperaturen gelockert: Die Seriösen erfrischen sich mit etwas helleren Anzugsfarben, weniger Radikale senken die Ansprüche an die textile Correctness bis knapp an die rote Linie der Flipflop-Intoleranz. So entsteht bald einmal in tristen Büroräumen eine fröhliche Ferienstimmung, die in nichts dem Strandleben nachsteht.

Teamwork – einmal anders

Am Strand so? Jeder Sonnenschirm, jeder Liegestuhl will gemietet werden. Gefühlt ungefähr zum Preis einer Wohnung im Prime Tower in Zürich. Natürlich gibt es sonst weit herum keinen Schatten. Nur heisser Strand, der die wenigen Schritte zum lauwarmen Meer zum Feuerlaufen werden lässt. Dann naht der grosse Sommerspass: Ein paar Züge schwimmen bis man genug Salzwasser geschluckt hat. Dabei stets ein nervöses Auge auf den Badesachen. Ein Problem natürlich, das man bei Bergferien nicht kennt, denn wenn es gerade einmal nicht regnet, schneit es oder Nebel zieht auf. Gut geht es dem, der Wintersachen eingepackt hat.
Zurück im Büro. Wir finden neue Kolleginnen und Kollegen, ziehen in ad-hoc-Seilschaften ins Marzili, lassen uns in der Aare treiben, natürlich stets ein Auge auf das Bundeshaus. Wenn in der grössten Nachmittagshitze die Völkerwanderung in die Badi beginnt, der "Fleischsalat", wie Grossmutter zu sagen pflegte, sitzen wir längst wieder vor dem PC in der Kühle und haben garantiert keinen Sand in der Badehose.
Dann naht der Feierabend, die grösste Hitze ist vorbei. Schwierigen Fragen stellen sich: Direkt nach Hause, im halbleeren Zug? Grillen im Garten oder nochmals in die Aare? Oder in einem lauschigen Biergarten den Tag ausklingen lassen? Ach, es ist so ein Stress, nicht in den Ferien zu sein.

Und das Beste - die anderen kommen zurück

Vieles ging gemächlicher in den Ferienwochen, Sitzungen sind ausgefallen. Dringendes ist irgendwo in den Mails verschollen. Der letzte Tag, bevor die Kolleginnen, die Kollegen zurückkommen ist Pendenzenparty! Es ist der beste Moment, all die angehäuften Mails, die aufgestauten Sitzungseinladungen weiterzuleiten. Möglichst mit dicken Anhängen und Mehrfach-CC's. Denn nichts ist bereichernder, als zu wissen, dass man gebraucht wird und dass man vermisst wurde. Also, geben Sie sich einen Ruck und bereiten Sie den Rückkehrern einen würdigen Empfang und eine prallvolle Mailbox.
Wir geben zu, das ist natürlich alles masslos übertrieben. Haben Sie Erbarmen mit dem Autoren, der offenbar einen Hitzeschaden hat.
Der freut sich nämlich schon auf die nächste Schneeballschlacht!

Peter Maibach, 2018

Der aufgummierte Frühling

Frühling, die Jahreszeit der Liebe? Die Antwort auf diese Frage muss jeder für sich selber beantworten. Tatsache ist, dass mit den ersten warmen Sonnenstrahlen deutlich mehr Verliebte auf den Parkbänkchen anzutreffen sind als etwa im eisigen Winter - logisch. Die "amoureux des bancs publics" wirken ansteckend und schon nach einigen wenigen milden Tagen verwandelt sich die Berner Münsterplattform in einen romantischen Park der Freuden.

Diese Freuden allerdings können durchaus auch unerwünschte Nebeneffekte mit sich bringen oder wie mein Vater zu seinem damals zum Mann erwachenden Sohn gegenüber  seiner Aufklärungspflicht abschliessend nachkam: "Mach was du willst, aber mach nichts Lebendiges". Dermassen gut gerüstet schritt ich zuerst in den obligatorischen Tanzkurs und dann hinaus ins Leben. Wobei sich bald einmal herausstellte, dass das einmal mehr so eine Erwachsenensache war, bei der Theorie und Praxis weit auseinanderklaffen.

Und hier können Sie ganze Geschichte als PDF herunterladen

Der Nein Stein von Peter Maibach, erschienen im 2008 im Mattegucker

Unten am Tych, zwischen den beiden Schulhäusern in der Berner Matte steht ein eindrucksvoller Felsbrocken. Der hohe, kantige Stein ist beliebt als Kletterfels, jedenfalls bei den Schülerinnen und Schülern, die Mut genug haben, hinauf und auch wieder hinunter zu klettern. Der Stein wurde 1985 beim Bau des Kraftwerkes Matte ausgegraben und auf dem Pausenplatz aufgestellt, ein Findling, wie viele andere, der in der Eiszeit von einem Gletscher bis nach Bern getragen wurde.

Was aber nur wenige wissen dürften, ist dass der Stein innen hohl ist. Natürlich nicht der ganze Stein, sonst würde er dumpf tönen, wenn man darauf klopft. Aber es hat eine Wohnung im Findling und sogar einen Eingang. Der ist sehr schmal und sehr, sehr gut versteckt. Man kann ihn nur finden, wenn man genau weiss wo er ist. Man muss schon genau hinschauen. Und etwas Glück braucht es auch dazu, aber das wissen ja alle, die mit versteckten Höhlen zu tun haben.

Und hier können Sie da ganze Geschichte als PDF herunterladen.

Der Mensch werde, so sagen Kenner, die es besser wissen müssen, von Leidenschaften gesteuert.

Gefährlich aber werde es, wenn sich mehrere Leidenschaften miteinander verbänden und sich sogar noch auf ähnliche Leidenschaften eines Partners ergänzend auswirkten. Es wird in derart heimtückischen Fällen auch dem psychologisch weniger erfahrenen Amateur klar, dass rasch aus träger Masse hochexplosiver Stoff entstehen kann, der sich beim geringsten Funken entzünden wird.

Im konkreten Fall unserer allgemein eher harmonischen Ehe kommt – nebst der mich anfangs etwas befremdenden Neigung zum Kaffeerahmdeckeli sammeln meiner sonst sehr geschätzten Gattin – eine grosse Liebe zu Gedrucktem in jeder Form und Farbe zusammen. Als gemeinsames Steckenpferd mag das ja durchaus erträglich erscheinen.

Und hier ist die ganze Geschichte als PDF zum herunterladen